Pressemitteilung: Veranstaltung "Lösungsansätze zum Frankenschnellweg"
Wenige Wochen vor dem Bürgerentscheid zum Frankenschnellweg gerät das milliardenschwere Ausbauprojekt zunehmend unter fachlichen Druck. Verkehrswissenschaftler stellen infrage, ob ein Vorhaben dieser Größenordnung noch auf Grundlage von Verkehrsdaten und Gesetzen geplant werden kann, die teilweise mehr als 20 Jahre alt sind.
Nach Angaben von Georg Kern, Geschäftsführer der Deutsche Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft, liegt die Verkehrsbelastung auf dem Frankenschnellweg heute rund 13 Prozent unter der letzten Messung vor zehn Jahren. Die Ausbauplanungen basieren jedoch aus den Rekordjahren aus den frühen 2000er Jahren.
Kern verweist zudem darauf, dass sich seit den Beschlüssen und Planungsverfahren zentrale Rahmenbedingungen deutlich verändert haben: „Mobilitätsverhalten, Klimaziele, Luftreinhaltevorgaben und Anforderungen an moderne Stadtentwicklung sind heute grundlegend andere.“
Auch Prof. Dr.-Ing. Harald Kipke sieht erhebliches Potenzial in neuen Ansätzen der Verkehrsplanung: „Verkehrsprobleme lassen sich nicht allein durch neue Straßen lösen. Moderne Städte setzen stärker auf Verkehrsvermeidung und intelligente Steuerung.“ Kipke sieht darin auch für Nürnberg eine konkrete Chance: „Die technologischen und stadtplanerischen Entwicklungen des vergangenen Jahrzehnts eröffnen heute auch für den Frankenschnellweg zukunftsweisendere Alternativen zum Tunnelbau, die die Lebensqualität erhöhen und zugleich deutlich wirtschaftlicher sind.“
„Es gibt im weiteren Umfeld des Frankenschnellwegs enorme Chancen für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung mit mehr Wohnen, Grün und weniger Verkehr u.a. durch bessere urbane Mischung. Diese Potenziale dürfen jetzt nicht durch eine überholte Verkehrsplanung verbaut werden“, erläutert Brigitte Sesselmann, Stadtplanerin und Architektin anhand konkreter Stadträume mit Entwicklungsmöglichkeiten.
Einig sind sich die drei Referenten, dass man mit urbanen Stadtraum schonender umgehen muss. Dringend erscheint ihnen zum jetzigen Zeitpunkt aber vor allem, dass sich die Bürger umfassend informieren können und jetzt mit einem JA beim Bürgerentscheid helfen, den überzogenen Planungen in den nächsten Jahren eine andere Richtung zu geben. Nur, wer sich über die Planungen der Stadt und dazu mögliche Alternativen informiert, wird sich im Vergleich ein eigenes Bild machen und am 28. Juni wirklich frei entscheiden können.
Veranstaltung
Donnerstag 7. Mai 2026 19:00–21:00 Uhr,
Villa Leon, Philipp-Koerber-Weg 1
Veranstalter: Bürgerverein St. Leonhard / Schweinau