BauLust kontrovers: Kirchenräume als Potenzial für gesellschaftlichen Zusammenhalt
Diskussion über die Umnutzung von Kirchenräumen und Folgen für die Stadt
Erinnern wir uns, ohne die Kirchen in der ehemaligen DDR hätte es vielleicht keine Wiedervereinigung gegeben? Kirchen sind wichtige Orte des gesellschaftlichen und sozialen Miteinanders, auch wenn deren Gemeindemitglieder derzeit abnehmen. Kirchliche Räume sind Ankerpunkte in Stadtteilen, wo Neubürger und Altnürnberger zusammen finden können. Kirchen sind traditionelle Plätze des Begegnens und Aufeinanderzugehens, so können sie in einer Zeit des überbordenden Individualismus, mit dessen Folge der Vereinsamung, wichtig für den sozialen Kitt in unserer Stadtgesellschaft wahrgenommen werden.
Aus raumplanerischer Sicht und dessen anerkannten Ziel, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern, ist gerade die räumliche Verteilung in der Stadt dieser Möglichkeitsräume für Gemeinschaft von höchster Bedeutung für die zukünftige Stadtentwicklung, vor allem wenn sie auf ein Miteinander setzt und soziale Spannungen auszugleichen sucht. Es ist also eine Querschnittsaufgabe aller Bereiche, wenn man darüber befindet, was mit diesen wertvollen Standorten kirchlicher Einrichtungen passieren soll. Es ist nicht nur eine bloße Architekturaufgabe, wie man Räume Umnutzen kann, oder Gebäude abreisst, um Neues zu schaffen, sondern es ist eine differenzierte Betrachtung erforderlich. Es geht nicht nur um Immobilienwerte, sondern um Werte für unsere Stadtgesellschaft, um Gemeingut. Es geht um Stadtplanung und was sie für ein zukünftiges Nürnberg bereit hält. Es geht um den Zusammenhalt in unserer Stadt.
Datum: 13. Juli 2026 19:00–21:00 Uhr
Ort: Künstlerhaus, Glasbau Deck 2, Königsstrasse 93
Gast: Dr. Ekkehard Wohlleben: Leiter der evangelischen Stadtakademie, Eckstein
Moderation: Ulla Krämer und Brigitte Sesselmann
St. Rupert, Nürnberg, Foto: © B. Sesselmann
Foto: B. Sesselmann
Foto: B. Sesselmann