Luftbild 1: St. Leonhard von Nordwesten

Der Ausbau des Frankenschnellwegs beginnt eigentlich mit einem Abschnitt im Nürnberger Westen vor allem mit Lärmschutzmaßnahmen im Bereich des Stadtteils Leyh.
Der stärkste Eingriff wird jedoch im Bereich Rothenburger Straße bis Landgrabenstraße erfolgen. Der Stadtteil St. Leonhard wird nicht nur in der langen Bauzeit von mindestens 15 Jahren durch die offene Baustelle des Tunnelbaus und durch massiven Baulärm und Umleitungen betroffen sein, sondern auch hinterher keine Verbesserung geschweige denn Stadtreparatur erfahren haben. Viel Grün wird im Austausch gegen viele Fahrspuren verschwinden.

Luftbild 2: St. Leonhard von Osten

Auch beim Blick von Osten nach St. Leonhard sieht man bestätigt wie sich die zusätzlichen Flächenversiegelungen und das Abholzen des Grünbestandes, vor allem im ehemaligen Kanalbereich, auf die Stadtstruktur auswirken werden: in der Bildmitte ist im Gleisdreieck zu erkennen, dass die vorhandene Kleingartenanlage weichen muss. Dort entsteht ein Regenrückhaltebecken für das gesamte Oberflächenwasser aus dem Tunnel und ein neues Betriebsgebäude für den Tunnels. Im Bereich der Landgrabenstraße erhält die n-ergie eine neue Zufahrt zu ihrem Betriebsgelände.

Tunneleinfahrt West

Die Zufahrt zum Tunnel erfolgt kurz vor der Rothenburger Straße. Insgesamt acht Fahrspuren müssen nebeneinander Platz finden. Für Grün bleibt noch ein kleiner Streifen hinter der 4m hohen Lärmschutzwand zu den Wohngebäuden an der Pfinzingstraße übrig.
Der Tunnel selbst wird hier im alten, heute grünen Kanalbett errichtet. Die Rothenburger Straße muss über dem Tunnel fast 2m angehoben werden, was wegen der Querung der U-Bahn im Untergrund  nicht zu ändern ist.
Für Grün bleibt im Bereich bis zur Schwabacher Straße kaum Platz. Am heutigen Parkplatz sind Baumpflanzungen hinter der Lärmschutzwand vorgesehen. Die Böschung zur Bahn soll als Ausgleichsfläche zu einem Sandlebensraum entwickelt und von Bewuchs freigehalten werden.

Schwabacher Straße

Aus der Schwabacher Straße kommend geht es künftig in zwei Unterführungen weiter Richtung Kohlenhof. Die Unterführung rechts muss von der Bahn noch errichtet werden. Die Unterführungen liegen so tief, dass ihre Fahrbahnen als wasserdichte Wannen ausgebildet werden müssen, weil sie bereits unterhalb des Grundwasserspiegels liegen. Durch die Absenkung der Unterführungen kann mit Problemen bei Starkregen gerechnet werden. Die Hessestraße ist von dieser Seite nur noch für Radfahrer und Fußgänger erreichbar. Gostenhof-Ost wird durch eine 6m hohe Lärmschutzwand von der neuen Kohlenhofstraße abgeschottet.

Einige Daten:

  • 122 große Einzelbäume müssen gefällt werden
  • 78.000 m2 bewachsene Flächen zum Teil mit Großbäumen müssen gerodet werden
  • Davon sind 28.900 m2 Biotop-Flächen
  • 7 ha Fläche werden zusätzlich neu versiegelt
  • 7 ha Fläche werden teilversiegelt, bzw. Leicht überschüttet und sind unterbaut
  • 300.000 m3 Beton werden für die Gesamtmaßnahme benötigt, das sind: 720.000 to Beton
  • Davon sind 210.000 m3 Beton nur für die Tunnels erforderlich (das entspricht 5 Würfel Vollbeton in der Größe des Plärrer-Hochhauses

An den Rampen

Im Bereich unter der roten Stabbogenbrücke liegen vielfache Fahrbahnen nebeneinander; hier gibt es auch die Tunnel Ein- und Ausfahrtsmöglichkeiten Richtung Südstadt. Alle Fahrbahnen liegen unterhalb des Grundwasserspiegels und müssen in wasserdichtem Beton ausgeführt werden. Alles Oberflächenwasser muss gesammelt und in das große Regenwassersammelbecken gepumpt werden, das hinter dem im Bild links erkennbaren Betriebsgebäude (Architektur nicht klar!) liegt.

Gibitzenhof

Von 1,8km langen Tunnel sind 710m für einen „grünen Deckel“ vorgesehen. Dafür müssen alle Bäume in und am heutigen Frankenschnellweg weichen, und eine Baumreihe und der Abenteuerspielplatz an der Volkmannstraße, insgesamt werden 122 Großbäume gefällt.
Der Deckel selbst ist künftig über die Sandreuthstraße ebenerdig erreichbar, ansonsten liegt er etwa 2m erhöht gegenüber dem seitlich anschließenden Gelände, also nur sehr wenig barrierefrei erreichbar.
In der Mitte dieses neuen Stadtteilparks wird das zweite für den Tunnelbetrieb erforderliche technische Betriebsgebäude errichtet.

Sind der enorme Einsatz von Ressourcen wie Beton, die zusätzlichen Flächenversiegelungen von über 20 Fussballfeldern und die 12–15 Jahre Beeinträchtigungen in den umgrenzenden Stadtvierteln wirklich gerechtfertigt für eine Stadtreparatur, die kaum erfüllt, was auf den grünen Grafiken der Stadt Nürnberg angedeutet ist?