Montag, 7. März 2016
12:00 Uhr

Aktuelles zum Pellerhof

BauLust-Pressemitteilung


Zum Thema "Pellerhof – Fassade soll rekonstruiert werden"

NZ und NN – Online-Artikel vom 21.11.2016
NZ und NN – Online-Artikel vom 01.03.2016

Nürnberger Nachrichten – Printausgabe vom 02.03.2016
Nürnberger Zeitung – Printausgabe vom 01.03.2016

Das mantraartige Wiederholen der Forderung nach einer Rekonstruktion der im 2.Weltkrieg zerstörten Renaissance-Fassade des Pellerhauses hat mit diesen Aussagen einen absoluten Tiefpunkt in der fachlichen Diskussion erreicht.
Woher weiß Herr Enderle, dass die Mehrzahl der Nürnberger Bewohner und Besucher den denkmalgeschützten Bau aus den 1950er Jahren nicht mehr versteht und die Jüngeren mit ihm nichts anzufangen wissen? Die einhellige Beurteilung aller Fachleute aus Denkmal- und Architekturkreisen sieht in dem Gebäude aus den frühen 1950er Jahren ein herausragendes – auch international anerkanntes – Beispiel für die gelungene Synthese von historischen Gebäudeteilen mit Elementen der Architektursprache aus der Zeit des Wiederaufbaus. Eine fachlich fundierte Diskussion, wie sie beim damaligen Errichten des Gebäudes und bei der Vorauswahl in einem Wettbewerb stattgefunden hat, würde man sich heute bei mancher Auseinandersetzung über die richtige Architektur im sensiblen Stadtraum wünschen (nachzulesen bei Herbert May, Nürnberg 2009).
Dieses Gebäude ist nicht nur von ausgesprochener Schönheit und Eleganz, sondern auch Ausdruck der damals gerade wieder erstarkenden Demokratie.
Mit einer rekonstruierten Fassade wäre die über Jahrzehnte gewachsene Identität des Ortes ein für allemal endgültig zerstört. Die damit verbundene Negierung von Geschichte und ihrer baulichen Zeitzeugen ist völlig unverständlich.
Noch katastrophaler wird die Forderung nach Rekonstruktion durch die von keinerlei Kenntnis in Architektur- und  Baugeschichte getrübten Behauptung, die Pellerhausfassade sei ein Zitat der Ehrenhalle im Luitpoldhain aus dem Jahre 1928, die in der nicht zu überbietenden irrigen oder absichtlichen Einordnung in faschistoide Architektur gipfelt. Die Planungen für die Ehrenhalle gehen bis in das Jahr 1919 zurück.
Das ist eine Diffamierung des Architekten und der vielen Kollegen, die sich um den gelungenen Wiederaufbau der Nürnberger Altstadt verdient gemacht haben.

Brigitte Jupitz 1. Vorsitzende
Susanne Klug  2. Vorsitzende
BauLust e.V.