Dokumentation des Symposiums 2014 "Zeppelintribüne - Null oder Hundert?" am 8.2.2014

Veranstaltungsort:
Dokumentationszentrum
Reichsparteitagsgelände

Moderation:
Wilhelm Christoph Warning, Publizist,
Kunst- und Architekturkritiker

Prof. Dr. Friedrich Lösel

Was tun mit dem

Reichsparteitagsgelände?

Bemerkungen aus

psychologischer Sicht

Friedrich Lösel (geb. 1945) ist Professor an der Universität Erlangen-Nürnberg, wo er von 1987 bis 2011 den Lehrstuhl für Psychologie I innehatte. Er ist auch Honorary Research Fellow am Institute of Criminology der Cambridge University (UK), das er von 2005 bis 2012 leitete. Früher arbeitete er in den Universitäten in Bielefeld, Erlangen und Bamberg sowie in zwei Sonderforschungsbereichen der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Er hat ca. 20 Bücher und 370 Aufsätze veröffentlicht, u. a. über Gewalt, Kriminalität, kindliche Entwicklung, Resilienz, Straftäterbehandlung, psychische Störungen und Prävention in Familie und Schule. Er war Präsident der European Association of Psychology & Law und der Kriminologischen Gesellschaft, Chairman des Correctional Services Accreditation Panel in England, Mitglied der Gewaltkommission der Bundesregierung sowie der Expertengruppe der Bundeskanzlerin zum Dialog über Deutschlands Zukunft.

Er erhielt u. a. den Deutschen Psychologie-Preis, den European Psychology & Law Award, den Sellin-Glueck Award und den Jerry Lee Award der American Society of Criminology, ein Ehrendoktorat der Glasgow Caledonian University und den Stockholm Prize in Criminology.

Dr. Reinhard Knodt

Bauen, Denken, Weiterbauen?

Mystifikation und Bauwahn

angesichts der Hitlertribüne auf

dem Nazi-Reichsparteitagsgelände

Reinhard Knodt (geb. 1951) begann als wissenschaftlicher Rat in Erlangen-Nürnberg, war Gastprofessor in Dublin und Pennsylvania State und Lehrstuhlvertreter für Hannes Böhringer an der Kunstakademie Kassel. 1985-1995 war er verantwortlicher Redakteur und Mitherausgeber der „Nürnberger Blätter“. 1992 wurde er fester Hausautor des Bayerischen Rundfunks. Er schrieb mehrere Radioarbeiten zum Thema Nationalsozialismus, unter anderem auch „Speer und Wir“, eine Auseinandersetzung mit den politischen Hintergründen des Reichsparteitagsgeländes. Reinhard Knodt ist auch Begründer der Nürnberger Mittagslesung und langjähriger Ausrichter der Nürnberger Autorengespräche, in deren Verlauf er die europäische Elite jüdischer Schriftsteller zum Gespräch auf das ehemalige Reichsparteitagsgelände einlud. Heute lehrt er Kunstphilosophie an der Universität der Künste in Berlin und nimmt zu Fragen zeitgenössischer Kunst und Architektur Stellung (MERKUR). Ansonsten pflegt er den „Schnackenhof“, einen philosophisch literarischen Gesprächsort bei Röthenbach a.d. Pegnitz.

Reinhard Knodt wurde 1993 vom Reclam-Verlag in die UB-Reihe deutscher Philosophen des 20. Jh. aufgenommen. Seit 2007 ist er Literaturpreisträger der Bayerischen Akademie der schönen Künste.

Catarina Eisele-Cabral

Park | Ruinen | Kunst

Gedanken zum weiteren Umgang

mit der Zeppelintribüne und dem

Reichsparteitagsgelände

Catarina Eisele-Cabral (geb. 1981 in Porto) ist Landschaftsarchitektin. Sie studierte in Lissabon und Ljubljana und interessiert sich für temporäre Interventionen im öffentlichen Raum. Dieses Thema und seine Auswirkungen auf Menschen und Landschaft behandelte sie in ihrer Diplomarbeit (2007) anhand der Beispiele ‚Lichtdom‘, ‚Berlin nach dem Mauerfall‘ und ‚Expo‘98 Lissabon‘. Zwischen 2010 und 2012 widmete sie sich in Barcelona selbstständig und zusammen mit dem Architekturbüro Straddle3 der temporären Architektur und Recycling-Architektur im Zusammenhang mit kollaborativen und sozialen Projekten im öffentlichen Raum.

Sie ist mit dem kolumbianischen Künstler Orlando Rueda Valdivieso verheiratet und wohnt und arbeitet zur Zeit in Porto.

Dr. Doris Katheder

Ein Trümmerfeld als Lehrstück?

Erinnerungskompetenz als

Kernbestand politischer Bildung

Doris Katheder, Kulturhistorikerin, leitet seit ca. 10 Jahren das Ressort Erinnerung und Menschenrechte an der Akademie CPH in Nürnberg. Zahlreiche Veröffentlichungen in den Bereichen politische Bildung und Erinnerungsgeschichte, aktuell derzeit u. a. eine große fünfbändige Publikation zu den Menschenrechten „Grundkurs Menschenrechte. Die 30 Artikel. Kommentare und Anregungen für die politische Bildung“ sowie „Jenseits der Faszination? Die Ausstellung zum Nationalsozialismus in der Nürnberger Zeppelintribüne von 1984 - 2001“.

Seit 2001 im Rahmen ihrer Aufgabenbeschreibung Kooperationspartnerin des Studienforums Dokumentationszentrum und seit 2008 Deputat als Bundesfachgruppenleitung der politischen Bildung in Bonn.

Prof. Dr. Hermann Glaser

Erinnerungskultur als Weiterdenken –

Appell für ein umfassendes Konzept

zum Reichsparteitagsgelände

Hermann Glaser (geb. 1928 in Nürnberg): Studium der Germanistik, Anglistik, Geschichte und Philosophie in Erlangen und Bristol 1947 bis 1952; Promotion 1952; Lehramtsexamen und Eintritt in den Schuldienst. Von 1964 bis 1990 Schul- und Kulturdezernent der Stadt Nürnberg. Autor zahlreicher Bücher und Aufsätze zu pädagogischen, sozialwissenschaftlichen, kulturgeschichtlichen und kulturpolitischen Themen. Bis 1990 Vorsitzender des Kulturausschusses des Deutschen Städtetags. Mitglied des PEN, Honorarprofessor an der TU Berlin.

Hermann Glaser wurde mit dem Waldemar-von-Knoeringen-Preis, dem Schubart-Preis und dem Großen Kulturpreis der Stadt Nürnberg ausgezeichnet.