Der Nürnberger Kettensteg - die älteste erhaltene Hängebrücke Kontinentaleuropas - wurde 1824 von Conrad Georg Kuppler als zweifeldrige Fußgängerhängebrücke errichtet. Sie überquert die beiden Pegnitzarme kurz bevor diese die Altstadt verlassen. Der südliche Überbau hat zwischen den beiden Pylonen eine Spannweite von knapp 34 Metern, der nördliche von knapp 33 Metern.

Aus den beim Tiefbauamt der Stadt Nürnberg vorliegenden Brückenakten zum Kettensteg geht hervor, dass der Kettensteg der Bauverwaltung bereits von Beginn an Schwingungsprobleme bereitete. So verbot bereits 1836 eine amtliche Anordnung das Befahren des Kettenstegs mit Handkarren. Nachdem die Pylone aus Eichenholz infolge des Hochwasserschadens im Jahr 1909  durch Stahlfachwerkpylone ausgetauscht worden waren, nahmen die dynamischen Probleme weiter zu. Wegen dieser Schwingungsanfälligkeit wurde die Brücke 1931 durch seitliche, am Rand der Lauffläche ergänzte Stahlträger und darunter angeordnete Holzjoche ertüchtigt und versteift.

Das ursprüngliche Tragsystem des Kettenstegs als zweifeldrige Hängebrücke wurde auf diese Weise auf das zweier Dreifeldträger reduziert. Dies entwertete nicht nur seine große Bedeutung als Denkmal der Technikgeschichte des beginnenden 19. Jahrhunderts, sondern verursachte durch die in der Wasserwechselzone angeordneten hölzernen Unterjochungen hohe Aufwendungen im Brückenunterhalt.